Prof. Anita Burgard und Katharina Hölz

Designpreis Rheinland-Pfalz, Prof. Anita Burgard und Katharina Hölz

 

Katharina Hölz erhielt für ihre Masterarbeit, betreut durch Prof. Anita Burgard / Hochschule Trier, zum einen den Rheinland-Pfalz Designpreis 2017 in der Kategorie „Produktdesign Design Talents / Design Studies & Research. Zum anderen erhielt sie eine „Besondere Anerkennung“ beim Lucky Strike Junior Designer Award. Der Preis zählt zu den begehrtesten Nachwuchspreisen in Deutschland.

 

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Lucky Strike Junoir Award


„tresta – Produktdesign aus Traubenabfall.“
Das Weinland Rheinland-Pfalz produziert nicht nur Riesling, Weiß- und Spätburgunder, sondern auch Kelterabfall – Stiele, Kerne, Schalen –, genannt: Trester. 100 Liter Maische hinterlassen rund 25 Kilogramm feste Pressrückstände. Allein in Deutschland fallen auf diese Weise jährlich etwa 200.000 Tonnen Trester an. Geringe Anteile werden zu Tresterbrand und Tierfutter verarbeitet, doch das Meiste davon verbleibt als ungenutzte Biomasse.

Diese Biomasse stellte bei meiner Masterarbeit „tresta“ neben dem ästhetischen Aspekt den nachhaltigen Aspekt dar, der mir als Designer sehr wichtig ist, um mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen so umzugehen, dass auch zukünftige Lebewesen einen intakten Lebensraum vorfinden.

Die gepressten Fruchtschalen, Kerne, Stiele und Blattreste werden gemäß dem Cradle-to-Cradle-Prinzip mit natürlichen Bindemitteln, wie Bienenwachs, Carnaubawachs und Pulpe, kombiniert. Aus diesen Verbundwerkstoffen lassen sich dann natürliche Produkte herstellen. Im Kontext des Ursprungsmaterials sind sie insbesondere geeignet für Weinaccessoires, wie Weinkühler, Lampen und Wandbekleidungen einer Vinothek oder für Verpackungslösungen und für Objekte, die einen kompletten Lebenszyklus beinhalten, wie Urnen. Alle Produkte überzeugen nicht nur optisch, sondern auch haptisch und olfaktorisch.

Die 4 Kompositmaterialien und die daraus entstandenen Produkte:
Trester-Bienenwachs-Komposit

Aus der Verbindung von komprimiertem Trester und Bienenwachs entstanden ein Weinkühler und eine Deckenleuchte. Aufeinander gesetzt bildet die Form eine Hommage an die für die moseltypische Schlegelflasche. Die Lampe taucht Räume in ein warmes Licht, der Kühler hält den Wein auf der nötigen Wein-Temperatur.

 

Trester-Pulpe-Werkstoff

In Verbindung mit Pulpe kann Trester auch für dünnere Wandstärken genutzt werden. So entstand die exemplarische Verpackung für ein hochwertiges Kellnermesser. Texturanalysen belegten: Mit dem Tresteranteil steigt die Elastizität. Der Pulpewerkstoff wird flexibler und belastbarer.

 

Trester-Carnaubawachs-Komposit

Der Kompositwerkstoff aus Trester und Carnaubawachs ist besonders passgenau, robust, formstabil und zudem schalldämmend. Das prädestiniert ihn für die Herstellung von Wandkacheln. Das Motiv für die 40 x 40 Zentimeter großen Reliefkacheln bilden die landschaftsprägenden Weinbergterrassen der Terrassenmosel.

 

Trester-Biokunststoff-Kompound

Der 3D-Druck ist ein materialsparendes Herstellungsverfahren; es fallen keine Abfälle an. Jedoch wird in der Regel mit Plastik gedruckt. Trester ist eine Alternative. In Verbindung mit Biokunststoff auf Zellulosebasis konnte ein Granulat kompoundiert werden, dessen Druckfähigkeit derzeit getestet wird. Prototypisch wurden Formen für Urnen entwickelt, deren Gestaltung abstrahierte Formen der unterschiedlichen Wachstumsstadien der Traube versinnbildlicht.
Masterarbeit Katharina Hölz, Betreuung Prof. Anita Burgard,
Hochschule Trier, Fachbereich Gestaltung

 

Kurzbeschreibung
„tresta – Produktdesign aus Traubenabfall.“

Das Weinland Rheinland-Pfalz produziert nicht nur Trauben, sondern auch Traubenabfall – Stiele, Kerne, Schalen –, genannt: Trester. Geringe Anteile werden zu Tresterbrand verarbeitet, doch das Meiste davon verbleibt als ungenutzte Biomasse. Diese Biomasse stellte bei meiner Masterarbeit „tresta“ neben dem ästhetischen Aspekt den nachhaltigen Aspekt dar, der mir als Designer sehr wichtig ist, um mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen so umzugehen, dass auch zukünftige Lebewesen einen intakten Lebensraum vorfinden.

Gemäß dem Cradle-to-Cradle-Prinzip entstehen aus Trester in Kombination mit natürlichen Bindemitteln Produkte, die im Kontext des Ursprungsmaterials insbesondere geeignet sind für Weinaccessoires, wie Weinkühler, Lampen und Wandbekleidungen einer Vinothek oder für Verpackungslösungen und für Objekte, die einen kompletten Lebenszyklus beinhalten, wie Urnen. Alle Produkte überzeugen nicht nur optisch, sondern auch haptisch und olfaktorisch.